Eine Woche oder sieben Tage

Nun ist nach einer Woche das Leben langsam wieder in etwas geregelteren Bahnen. Wenn mich einer fragt, wie die erste Zeit mit zwei Kindern war, muss ich lange überlegen, wie oft ich meinen Jüngsten bisher auf dem Arm hatte. Gefühlt viel zu wenig. Das liegt nicht nur an Besuchern, die gerne den neuen Erdenbürger begutachten möchten (denn dies hält sich beim Zweiten erstaunlicherweise in Grenzen), sondern auch am Großen, der zur Zeit unsere „Aufmerksamkeitssuchmaschine“ ist. Wenn ich nicht sofort reagiere wird meine Hand genommen und ich werde in Richtung Kinderzimmer geschleift.

Meine Liebste hält sich dieses Monster erfolgreich mit zu stillendem Kind vom Hals. Genau hier frage ich mich, wie das Alleinerziehende ohne Ganztagsbetreuung irgendwo in Deutschland bewerkstelligen? Denn soviel man über Berlin schimpft, versucht mal im Westen Niedersachsens einen Ganztagskindergartenplatz für ein zweijähriges Kind zu bekommen…

Also spiele ich mir mit Matchbox-Autos die Finger und Knie wund. Was tut man nicht alles für die lieben Kleinen?!
Meine Strategie: Einfach machen, nicht darüber nachdenken.

Und wenn er es dann doch mal schafft mich auf die Palme zu bringen habe ich zwei Lösungsansätze:
1. Darüber nachdenken, ob er gerade wirklich ungezogen ist, oder ob er einfach nicht so funktioniert, wie ich das gerade gerne hätte (dies ist meiner Meinung nach in ca. 90% der Fälle der Aufreger. Ich erwarte Dinge, die einfach für einen Zweieinhalbjährigen zuviel sind)
2. Sollte doch einer der restlichen 10% eintreten (und ich rot vor Zorn werden), hilft ein langer, tiefer Blick in die Augen dieses Himmelsgeschenks und ich verzeihe nahezu alles.

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